Abschied nehmen

Ein Kapitel in deinem Leben, aber ein ganzes Buch im Hundeleben!

Das dürfen wir niemals vergessen!

Hallo Ihr Lieben,

wir müssen euch leider mitteilen, dass unsere liebe kleine Oma und Schwester, Lucy, von uns gegangen ist.

Unsere kleine Kämpferin wurde 14 1/2 Jahre alt und hat bis zum Schluss tapfer durchgehalten. In den letzten Monaten machten ihr die Wassereinlagerungen doch etwas zu schaffen, aber sie wollte immer dabei sein und die Nähe von Lotte suchen, was manchmal schon etwas herausfordernd war. Wir haben sie mit in den Skiurlaub und auf unsere kleinen Kurzurlaube genommen. Im Rucksack konnte sie immer dabei sein. Sie liebte es so sehr, ihre Nase in die Luft zu strecken und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Es gab Höhen und Tiefen, aber die gesamte Familie richtete sich nach Lucy, nicht andersherum.

Sie war ein echter Kuschelfreund und liebte es, mit uns auf Reisen zu gehen.  Egal was wir machten, Hauptsache sie war dabei – das war ihr größtes Glück.

Überlegt wurde, wie wir unseren Sommerurlaub am besten verbringen könnten.  Wir wollten mit Kind und Hund verreisen, aber ins Ausland?  Dieses Mal wollten wir Lucy nicht bei Oma lassen, da wir merkten, dass es vielleicht das letzte Mal sein könnte.

Ins Ausland zu fahren, war nicht wirklich eine Option, da ich schnell reagieren wollte, falls etwas passieren sollte.  Daher war es wichtig, dass ein Tierarzt oder eine Tierklinik in der Nähe ist.

Wieder einmal wurde gar nichts geplant. Wir wollten einfach losfahren, wohin auch immer.

Urlaub ist da, wo wir sind 😉

Nun kam alles doch anders, als wir hofften.

Eine Woche vor unserem Urlaub ging es Lucy leider nicht mehr so gut. Sie aß und trank kaum noch und nahm ihre Medikamente nicht mehr. Wir spürten, dass sie sich auf den Weg machte. Sie schlief viel, war aber immer ansprechbar und ruhig. Es war keine Unruhe oder Angst bei ihr zu spüren. Sie war einfach da.

Nach zweieinhalb Tagen ohne Fressen und Trinken entschieden wir uns, sie zum Tierarzt zu bringen. Bevor wir losfuhren, wollte ich sie nochmal kurz sauber machen, da sie unter sich gemacht hatte. Im Bad bemerkte ich jedoch, wie schwach sie wirklich war. In ihren Augen konnte ich sehen, dass sie einfach nicht mehr konnte. Sie war bereit.

Ich sagte nur zu meinem Mann, der die ganze Zeit an unserer Seite war: „Lucy stirbt jetzt.“ Ich wickelte sie in ein Handtuch und dann in ihre Decke ein, nahm sie auf den Arm und ging in die Stube. Wir legten uns auf das große Körbchen, sodass auch Lotte von allen Seiten an Lucy ran kam.

Lotte, das müsst ihr wissen, lag die ganze Zeit an Lucys Seite. Sie schaute immer wieder, wo sie ist und was sie macht. 

Alle waren (bis auf unseren Jüngsten) bei ihr, bis sie ihren letzten Atemzug tat. Sie war so ruhig und friedlich, ohne Anzeichen von Angst, Stress oder Schmerz in ihren Augen. Sie hat das wirklich gut gemacht, wenn man denn beim Sterben an „gut“ denken kann. Sie hat uns den Abschied dadurch leichter gemacht, ohne dass wir uns für irgendetwas entscheiden, oder sonst etwas tun mussten. Sie hat einfach für sich entschieden, dass es Zeit war, mit all ihren Lieblingsmenschen und Lotte an ihrer Seite.

Es war so schön. Sie war nicht alleine und wir konnten ihr bis zum Schluss helfen und gut zureden. Sie ist einfach eingeschlafen und wir konnten Abschied nehmen. Später kam dann auch unser Sohn.

Unsere kleine Oma wird vermisst. Manchmal erwischt man sich selbst dabei, wie man mit ihr spricht oder sie sucht, oder man sieht sie einfach. Es ist schon komisch, aber man darf nicht vergessen, dass die kleine Oma fast 15 Jahre lang unseren Alltag begleitete. Dinge, die selbstverständlich sind, sind es auf einmal nicht mehr.

Auch unsere Lotte brauchte eine Weile, um sich daran zu gewöhnen, dass sie jetzt ein Einzelkind ist.

Das Wochenende nahte und damit auch unser Urlaubsbeginn. Wir und vor allem unser Sohn brauchten diesen Urlaub dringend. Immer wieder kullerte ihm ein Tränchen in den ungünstigsten Momenten über die Wange. Nun ja, Ben kannte Lucy vom ersten Tag an. Er wuchs mit ihr auf.

Wir werden immer an Mojo und Lucy denken. Kein Hund ersetzt den anderen. Jeder ist für sich einzigartig und ein Kapitel in unserem Leben. Gerne erinnern wir uns mit einer Träne, einem Grinsen und auch Freude zurück.

Danke für alles liebe kleine Lucy. Wir haben dich und Mojo unendlich lieb. Ihr habt euch wieder.

Deine Familie

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